Die deutsche Stellenbörsenlandschaft I

Die Landschaft der Online-Stellenmärkte: Teil I - Kernelemente

Der deutsche Online-Stellenmarkt ist in den letzten Jahren beständig gewachsen und hat sich dabei nicht nur zusehends ausdifferenziert, sondern ist mittlerweile geradezu zersplittert. Immer neue Portale und Vermittlungsmodelle konkurrieren gleichermaßen um die Gunst von Unternehmen und Stellensuchenden. Dabei ist die Lage mittlerweile so komplex – sogar kompliziert – dass selbst Personalfachleute ernsthafte Schwierigkeiten haben, den Überblick zu bewahren.

Ich möchte nun versuchen, etwas Licht in die Strukturen des Angebots deutscher Stellenbörsen im Internet zu bringen, so dass man die Möglichkeiten erhält, eine eigene Suchstrategie - sei es für Personal oder für einen neuen Job - zu konzipieren. Hierzu teile ich den Markt in 7 Segmente ein: Generalisten, Fachstellenbörsen, Metasuchmaschinen, Jobsektionen auf allgemeinen Seiten, Social Media, Karriereseiten von Unternehmen und Diverses. In diesem ersten Teil werden mit den folgenden drei Gruppen die Kernsegmente des Marktes umschrieben.

1) Generalisten

Stellenbörsen, die keine regionalen bzw. fachlichen Einschränkungen oder Spezialisierungen aufweisen, gehören zu den populärsten Portalen für die Stellensuche im Internet. Zu den größten und beliebtesten zählen etwa Monster, StepStone, stellenanzeigen.de, Jobware und JobScout24. Dabei können Größe und Beliebtheit eines Portals durchaus ein zweischneidiges Schwert sein, denn entsprechend groß ist jeweils die Konkurrenz bei ausschreibenden Unternehmen und Stellensuchenden. Dies führt vor allem zu einem erhöhten Durchlauf von Positionen und Bewerbungen. Ein Vorteil liegt in erster Linie in der Breite des Angebotes an Stellen, die gerade bei schwierigen Berufsfeldern noch Ergebnisse bringen, wo vom Umfang her kleinere Plattformen gar nicht genügend Auswahl vorweisen können.

Daneben ist zu bedenken, dass die Veröffentlichung auf den großen Plattformen auch immer einen Kostenfaktor für den Arbeitgeber darstellt, der schon so manchen kleinen Betrieb abgehalten hat – vor allem wenn er meint, gegen die dort platzierten „großen Namen“ wenig Chancen zu haben. Und da „kleiner Betrieb“ in keinster Weise „schlechter Arbeitgeber“ bedeutet, lohnt es sich oftmals, auch kleinere Generalisten oder sogar die lokale Zeitung zu bemühen.

2) Fachstellenbörsen

Mittlerweile existieren eigentlich für fast alle Berufsgruppen spezialisierte Stellenportale – teilweise gilt dies auch für bestimmte Branchen und Industriesektoren. Diese weisen starke Unterschiede in ihrer Eignung auf, was allerdings nicht mit der bloßen Anzahl von jeweils veröffentlichten Ausschreibungen gleichzusetzen ist. Die Bandbreite reicht von großen Spezialbörsen wie Ingenieurkarriere und Ingenieurweb, Salesjob, Computerwoche oder heise jobs bis zu kleinen Foren für Stellenausschreibungen bestimmter Berufe.

In der Regel sind Fachportale umso geeigneter, je gesuchter das Personal in diesem Bereich ist – allen voran Ingenieure, IT-Berufe und Vertriebspersonal. Der große Vorteil für Unternehmen liegt in der zielgerichteten Ansprache von Bewerbern und Stellensuchende finden hier Angebote aus genau dem Bereich, der sie interessiert.

Allerdings geht diese Rechnung abseits der „beliebtesten“ Berufsgruppen nur bedingt auf, da Bekanntheitsgrad, Volumen und Qualität stark variieren, so dass die meisten kleineren Fachstellenbörsen nur als Ergänzung bei der Stellensuche zu empfehlen sind.


3) Meta-Stellenbörsen und Suchmaschinen

Hierunter sind Suchmaschinen zu verstehen, die keinen eigenen Fundus von Ausschreibungen enthalten, sondern Stellenangebote aus anderen Quellen zusammensuchen und über einen meist weniger differenzierten Suchmechanismus zugänglich machen. Dabei werden die jeweiligen Quellen nicht unbedingt angegeben, wie sich auch einige Anbieter kaum die Mühe machen, darauf zu verweisen, dass die so zusammengetragenen Angebote den unterschiedlichsten Kontexten entnommen sind.

Vorteile für den Stellensuchenden ergeben sich zum einen aus der gewaltigen Menge an so zusammengetragenen Angeboten – vor allem allerdings daraus, dass auch kleinere Märkte und Firmenseiten durchsucht werden. Nachteile liegen darin, dass oft nicht klar ist, wo und vor allem wann die so ermittelten Stellenangebote veröffentlicht wurden – vieles ist längst veraltet, ohne dass dies ersichtlich ist. Auch lassen die Suchmechanismen oft zu wünschen übrig oder sind nur bedingt effektiv, da sie die unterschiedlichsten Kategorisierungen ihrer Quellen vereinheitlichen müssen, weshalb sie oft auf eine Textsuche mit Schlagworten beschränkt sind.

Ergebnisse aus Meta-Stellenbörsen wie kimeta, Job-Turbo, JobRobot, JOBworld oder Careerjet sollten unbedingt auf ihre Quelle hin geprüft werden, wenn diese angegeben ist. Falls nicht, sollte man versuchen, interessante Stellenausschreibungen auf anderem Wege zu bestätigen – etwa bei den großen Generalisten oder über eine allgemeine Internet-Suche. Denn öfter, als es einem lieb sein kann, findet man falsche Veröffentlichungsdaten oder verfälschte Anzeigen, so dass geprüft werden muss, ob sich eine Bewerbung überhaupt lohnt.

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